Natürliche Schönheiten

Ein Foto kann für mich immer nur ein schwaches Abbild der Realität sein. Es ist ein Abbild meiner Realität, weil mein Blickwickel und Sichtweise dieses Bild erst haben entstehen lassen. Ein Foto kann damit ein Versuch sein, meine Sicht auf die Welt zum Ausdruck zu bringen. Seit meiner Ausbildung beschäftige ich mich auch mit der Fotografie. Damals verbrachte ich Tage in Dunkelkammern und jedes Foto hatte einen Überraschungsmoment inne,

wenn man nach Filmentwicklung und Papierbelichtung das Ergebnis in Händen hielt. Dieser längere Prozess und die Versuche, die man benötigt, sind zwar immer noch spannend, aber die digitale Fotografie heute hat doch durchaus auch seine Reize für mich. So kann ich unmittelbar das Ergebnis sehen und für mich bewerten.

Mich interessieren vor allem die Dinge, die man vielleicht in dieser schnellen Zeit gar nicht mehr wahrnimmt, weil man sie täglich sieht oder sie, wenn sie separiert gesehen werden, erst ihre eigene Schönheit zeigen. Harmonie in der Bildaufteilung und Symmetrie löst natürlich immer wieder Begeisterung in mir aus, aber oft liegt die Schönheit auch im Verfall. Es liegt ihm eine Wehmut inne, die mich an schöne Traurigkeit erinnert und die vielleicht nötig ist, um das eigene endliche Leben immer wieder aufs Neue schätzen zu lernen.


Am Meer